Zentrales Fresko an der Nordseite: "Der Sänger"
Das flächenmäßig größte Fresko gegenüber dem Haupteingang geht auf Goethes Werk „Der Sänger“ zurück. Das Gedicht entstand im Jahre 1783 und wurde durch Carl Peschel im Auftrag Quandts umgesetzt.
Die bildhafte Gestaltung durch Carl Peschel zeigt den Sänger inmitten des königlichen Hofstaates. Obwohl der Szenerie insgesamt 27 Personen angehören, so sind nur zwei davon für die Bildaussage von Bedeutung - der Sänger und der König. In der Rolle des Königs als Kunstkenner und Mäzen sah sich Quandt gern selbst.
Ein König empfängt einen Sänger im Saal seines Schlosses. Nach des Sängers Vortrag sind der König und sein Hofstaat von der Kunst des Sängers beeindruckt.
Peschel zeigt dies eindrucksvoll an verschiedenen emotionalen Gesichtszügen.
Als Lohn möchte der König dem Sänger eine goldene Kette schenken. Doch der Sänger lehnt diese Gabe ab. Er meint, eine solche Kette sei eher etwas für einen Ritter oder seinen Kanzler. Der Sänger fühlt sich frei und unabhängig. Der Beifall und Zuspruch des Publikums sind ihm Lohn genug.Nur um einen Becher Weins bittet der Künstler und leert diesen dann voller Wonne.
Symbolhaft stehen Hut und Wanderstock für den unabhängigen Künstler, wie man am linken Bildrand erkennen kann. Das Werk ist zugleich ein Spiegelbild des gewachsenen Selbstbewusstseins der Künstler der Romantik.